Projekt „Spielzeugfreier Kindergarten“

Projekt „Spielzeugfreier Kindergarten“

Anfang Mai starteten wir gut vorbereitet in das Projekt der spielzeugfreien Kindergartenzeit. Sechs Wochen dauerte es und wir können im Rückblick sagen: Es war gelungen und hat eine positive Spur hinterlassen.

„Das Spielzeug fährt in den Urlaub“ war der Titel, den die Kinder dem Projekt gaben. Durch Gespräche und ihre Neugier waren wir schnell einig: „ So was auch mal bei uns zu machen“ Die Eltern sowie unser Vorstand waren ebenso bereit sich auf das Projekt einzulassen und begleiteten es wohlwollend und kritisch.

Sinn und Inhalt des Projekts ist es, den Kindern über eine begrenzte Zeit einen Erfahrungs-und Freiraum zur Verfügung zu stellen: Ohne vorgefertiges Spielzeug und ohne pädagogische Angebote. Den eigenen Gedanken und Überlegungen der Kinder wird Vorrang gegeben. Sie bekommen Raum um kreativ zu sein, Ideen und Lösungen zu entwickeln. Raum, sich zu spüren, die anderen und die Umgebung mit einem neuen Blick zu sehen „Mit was kann ich spielen, ohne Spielsachen?“ Raum, um Gefühle wahrzunehmen auch Frustration oder Langeweile..

Kinder müssen in unserer Zeit oft funktionieren und sich schon früh an die Abläufe der Erwachsenenwelt anpassen. Durchgeplante Freizeitangebote kommen hinzu und so fällt oft die Zeit weg, die Kinder brauchen um in sich zu gehen und eigene Bedürfnisse zu spüren.

Das Wegräumen der Spielsachen in den Keller war für alle interessant und erzeugte sowas wie Aufbruchsstimmung in der kindergruppe. Übrig blieben nach einer Woche nur noch Kissen, Decken, Möbel und Malsachen.

Scheren, Kleber, Bücher und Werkzeuge gab es auf Anfrage, diese Dinge standen aber nicht zur freien Verfügung.

Anfangs wurde es sehr laut in den Räumen, es wurde wild und sehr bewegt gespielt. Eisenbahn, Höhlenbau, Bus und Taxis entstanden aus Tischen, Decken, Stühlen. Mal auf Tische klettern dürfen, war für viele Kinder eine neue Erfahrung. Wir waren in bei gutem Wetter oft draußen und auch hier gab es viel mehr Naturerfahrungen und neue Spielideen, denn auch die Sandspielsachen, die Fahrzeuge und der Fußball hatten „Urlaub“

Eine Bildergalerie sowie eine Projektwand auf der täglich Aussagen der Kinder und Notizen von Erzieherinnen und Eltern festgehalten wurden, war sehr hilfreich für den Austausch untereinander.

Insgesamt konnten beobachten dass die Kreativität, das soziale Miteinander und die Kommunikationsfähigkeit gestärkt wurden. Wir können uns vorstellen jedes Jahr für eine bestimmte Zeit Spielsachen zu reduzieren oder ganz wegzuräumen, da uns die Wirkung überzeugte.

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